Kindermärchen und die etwas andere Buchbesprechung

Mir wurde einst ein Kinderbuch von einer Kollegin empfohlen, als wir über das Thema Selbstfindung und Selbstbewusstsein gesprochen haben: Das kleine Ich bin ich. In diesem kleinen Kinderbuch geht es um ein Tier, dass nicht weiß, zu welcher Tierart es gehört und daher auf der Suche nach seiner Existenzberechtigung ist (ok, das ist vielleicht etwas hochgegriffen.). Wie alle im Leben möchte es zu einer Gruppe dazu gehören. Möchte sich heimisch und geliebt fühlen und geht auf die Suche nach seiner Zugehörigkeit. Leider wird es von allen abgewiesen, weil es nirgendwo so richtig dazugehört. Das finden sich durch Vergleiche raus. Am Ende sagt es sich, vollkommen egal, denn ich bin ich. Das war die Kurzfassung.

Was lernen wir aus dem Ich bin ich?

  1. Vergleiche können hilfreich sein, wenn man weiß, wie man sie anwendet.
  2. Dein Mindset ist entscheidend. Akzeptierst du dich, werden es auch die anderen tun. Bist du unsicher, merken das auch die anderen.

Unglaublich, dass man das in einem Kinderbuch finden kann. Daher habe ich mich mal mit anderen Märchen beschäftigt.

Das Schöne an Märchen

Nicht nur sind sie leicht verdaulich, sie haben auch immer einen tieferen Sinn, der uns als Kind schon mitgegeben wird. Eine Moral der Geschichte. Nicht immer ist sie so ausgeprägt wie in Pinocchio. Manchmal muss man auch zweimal hinschauen, um zu sehen, dass es nicht nur eine klassische Liebesgeschichte ist.

Du willst es als Erste wissen?

Bleibe immer auf dem Laufenden, welche Bücher ich bespreche, wie sie mein Denken verändern und was ich für das agile Mentoring darausziehe. Melde dich jetzt zu meinem Cleverletter an.

Agile und Märchen

Immer wieder wird betont, dass agile ja sowas neu modernes ist. Ein Trend, der sich nicht festsetzen wird. Wann wurden die meisten Märchen geschrieben? 18hundert irgendwas? Also lernen wir praktisch schon als Kinder, was Management 1.0 und agiles Arbeiten ist, wie ich euch in den nachfolgenden Märchen präsentieren werde.

Aschenputtel

Zu meinen liebsten Märchen gehört immer noch Aschenputtel. Natürlich kann man sagen, dass das ein Mädchen ist, das ungerecht behandelt wurde und von einem Mann gerettet wird. Als Feministin undenkbar! Ich sehe ich das etwas anders. Aschenputtel hat sich aufrecht durch alle notwendigen, wenn auch scheußlichen Arbeiten durchgekämpft, hat immer an ihrem Traum festgehalten und als sich ihr die Chancen boten, hat sie diese ergriffen. Es gehört sehr viel Mut dazu, die Chance zu ergreifen, wenn du sie siehst. Egal, welche Konsequenzen das haben kann. Ich habe immer bewundert, dass sie fast stoisch wusste, dass es eines Tages besser werden wird. Und dass sie bereit war, dafür Hilfe anzunehmen. Auch dazu gehört Courage, denn Hilfe annehmen ist fast schwerer als Hilfe anzubieten. Die Schwiegermutter ist natürlich ein klassischer Management 1.0 Manager. Wobei das in den Märchen auf jede Schwiegermutter zutrifft. Sie vergibt Aufgaben, wie sie meint, dass es richtig wäre, ist um ihr eigenes Wohl besorgt und weißt sogar ihre eigenen Töchter so an, dass es ihr zum Vorteil werden soll. M1.0 Manager gibt es heute auch noch zu oft, obwohl manche vermeintlich gut handeln möchten.

Werde zur Macherin

Je nachdem wie du deine Ziele gesetzt hast, können deine To-do-Listen jeweils unterschiedlich ausfallen bzw. sollten sie es auch. Wie du Ziele setzt und warum sie dir helfen, findest du ausführlich in meinem eBook erklärt.

Das wird dein Jahr.

Hast du Probleme damit, deine Ziele und To-dos zu definieren und in einem Trello-Board festzuhalten, melde dich gern zu meinem kostenlosen Planungscall an, indem wir über deine Aufgaben sprechen und ich dir erste Tipps und Tricks gebe.

Schneewittchen

Das war nie mein Märchen und ich habe erst jetzt verstanden, wie toll die Zwerge doch eigentlich waren. Die Schwiegermutter brauche ich nicht groß erwähnen, die fällt natürlich in die M1.0 Schiene. Die Zwerge bei Schneewittchen sind ein selbstorganisiertes Team, wie es besser gar nicht denkbar wäre. Jeder hat seinen Aufgabenbereich, den er auch gern erfüllt und jeder hat Vertrauen in jeden, dass

  1. ohne ihn die Aufgabe nicht zu erledigen wäre
  2. man im Team alles schaffen kann
Jeder einzigartige Fähigkeiten mitbringt, die kombiniert zum bestmöglichen Ergebnis führen. Die Zwerge leben dieses modernen Arbeiten schon damals. Interessanter Weise kümmern sie sich auch um eine Aufgabe nach der anderen und können so fokussiert ihre Ziele erreichen. Als sie Schneewittchen onboarden zeigen sie ihr, dass sie selbst für ihren Aufgabenbereich zuständig ist und dass, wenn sie diesen nach bestem Wissen und Gewissen erledigt, sie damit einen großen Teil zum ganzen Zusammenleben beiträgt. Wie wir sehen gefällt es Schneewittchen sehr, frei und selbstbestimmt handeln und wirken zu dürfen.

Bremer Stadtmusikanten

Hier haben wir ein schönes Beispiel dafür, was es braucht, um ein Team zusammenzuführen und diese zu einer Selbstorganisation zu bringen. Wie man sehen bzw. Lesen kann, ist dies wirklich kein simples Unterfangen und braucht seine Zeit. Vertrauen ist hier die Basis eines Teams. Genauso wie das Commitment einander zu respektieren und dieselbe Richtung einzuschlagen. Verfolgst du als Team ein Ziel, vertraust einander und jeder hat seine individuelle Aufgabe, auf die er sich fokussieren kann, gelangt man auch zum Erfolg. Daher mag es nicht verwundern, dass in Workshops zum Kennen lernen oft Vertrauensnetworking veranstaltet wird, damit die Basis kreiert wird und man für die Workshopszeit als Team gut zusammenarbeiten kann. Die Bremer Stadtmusikanten schaffen sich ein eigenes Regelwerk wie man es beim Delegation Board findet, verständigen sich darauf und können als selbstorganisiertes Team zusammen arbeiten.

Welche Märchen kämen hier vielleicht noch infrage, die Züge von agile und M3.0 aufweisen? Ich freue mich auf eure Kommentare dazu. Vielleicht gibt es dann auch eine Fortsetzung mit anderen Märchen. Eins sollte jedem klar sein, agiles Arbeiten/ Leben und M3.0 sind keine Rahmenwerke, die von irgendwoher kommen. Sie sind entwickelt worden, weil viele innerlich danach streben als selbstorganisiertes Team mit eigenen Regeln zu arbeiten. Nicht zu jeder Branche passt diese Arbeitsweise und nicht zu jedem einzelnen. Wer immer lieber die Schwiegermutter war, der wird sich nicht mit den Zwergen identifizieren. Das ist auch in Ordnung so. Viel wichtiger sind für mich die Werte, die durch agile erneut hervorgeholt werden und auf die so stoisch hingewiesen wird. Denn es sind Werte, nach denen – im privaten wie in der Arbeitswelt – für mich gehandelt werden sollte. Das würde viele Diskussionen nichtig machen und persönliche Angriffe absolut außen vor lassen.

(Visited 89 times, 1 visits today)

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.