Sheryl Sandberg – Lean in

Wer Sheryl Sandberg noch nicht kennt, der kann sich freuen hier ihre Bekanntschaft zu machen. Sheryl war ihr Leben lang auf der Mission mehr Transparenz in die Arbeit von Frauen zu bringen. Zu zeigen, dass es ein Ungleichgewicht zwischen Bezahlungen gibt, dass Frauenparkplätze wichtig sind und um dass Karrierefrauen keine Rabenmütter sind. In ihrem Buch “Lean in” beschreibt sie ihre eigenen Erfahrungen, die sich im Rahmen ihrer sehr erfolgreichen Karriere gemacht hat.

Die Frauengeneration

Während wir heutzutage von “den Errungenschaften der Frauengenerationen vor uns” profitieren, ist uns manchmal gar nicht klar, was in den letzten Jahrzehnten für die Frauen geleistet wurde. Neben dem klassischen Wahlrecht bezieht sich das aber auch auf Frauentoiletten, -parkplätze und -quoten in Unternehmen. Dennoch gibt Sheryl zu bedenken, dass “Männer nach wie vor die Welt regieren” und wir Frauen manchmal zu wenig dafür tun, um das zu ändern. In diesen Episoden schweift mir Sheryl öfter zu sehr in den Feminismus ab, da ich meine Welt als wesentlich gleichberechtigter wahrnehme.

Männer und Frauen sind unterschiedlich

Allerdings gibt sie viel Einblick auf die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, wenn es um die Karriere geht. “Männer werden aufgrund ihres Potenzials, Frauen aufgrund vergangener Erfolge befördert.” Da ist etwas Wahres dran. Wenn ich an meine eigenen Bewerbungs- und Beförderungsgespräche denke, so wurde ich immer nach meinen Erfolgen gefragt, weniger nach dem, was ich in die neue Position mitbringen würde und welches Potenzial in mir schlummert. Oft ist es aber auch eine Frage der Risikobereitschaft, die bei Männern oft höher ist als bei Frauen. Das Hervortreten und Herausstechen ist mir bei meinen männlichen Kollegen aufgefallen, die vermehrter sich in Diskussionen zu Wort melden. Viele meiner weiblichen Kolleginnen nutzen ihre Sprechzeit oft nicht aktiv. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Manche streben nicht nach mehr und wollen ihre Meinung nicht kundtun. Andere scheuen aus Schüchternheit davor zurück. Man sollte sich immer fragen, wohin man gelangen möchte. Danach sollte man handeln. Ich selbst bin ehrgeizig, also kommt es für mich nicht infrage, nicht meine Meinung zu äußern. Ich gebe immer meinen Senf dazu. Am liebsten als Erste. Sheryl sieht bei Frauen ein klassisches kulturelles Rollenbild als Ursache für die Zurückhaltung. Ihrer Meinung nach sind Frauen oft ohne Selbstbewusstsein, weil es die Gesellschaft Frauen so geleert hat. “Von Männern wird beruflicher Ehrgeiz erwartet, von Frauen nicht unbedingt.”

“Offensiv ambitionierte Frauen verstoßen gegen ungeschriebene Verhaltensregeln.”

Das ist eine These, der ich persönlich zustimmen kann. Zu ambitioniert gilt auch als bossy und nur auf Karriere aus. Denken wir an Filme, die Karrierefrauen darstelle, als Beispiel die romantische Komödie “Selbst ist die Braut”. Sandra Bullock verkörpert eine erfolgreiche Lektorin, die keine Zeit für ein Privatleben hat oder einen Mann oder gar Kinder. Sie wird als “Hexe” von ihren Kollegen wahrgenommen. Weil sie erfolgreich und kompromisslos durch die Arbeitswelt geht. Bei einem Mann würde man diese Kompromisslosigkeit schätzen und ihn als stark wahrnehmen. Viele Frauen gehen aber eh von vorneherein davon aus, dass ein “tolles Berufsleben und ein erfüllendes Privatleben in der heutigen Zeit sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich” ist.

“Die Angst ist das Hemmnis der Frau”

Durch die lange erlernten Rollenbilder und die eingeführten Geschlechterklischees haben Frauen oft Angst nach vorne zu treten. Dabei ist es super wichtig, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Nicht von der Seitenlinie einfach nur zuschauen. Es ist dein Leben! Das Buch “Lean in” hilft hier auf jeden Fall, das zu realisieren. Keiner küsst dich aus dem Schlaf. Das musst du schon selbst tun. Wenn DU mit deinem Leben unzufrieden bist, dann musst auch DU etwas daran ändern und nicht einfach nur untätig zuschauen. Dazu gehört auch eine gesunde Portion Selbstvertrauen. “Selbstbewusst zu sein ist notwendig, um Chancen zu ergreifen.”

“Gemocht zu werden ist ein Schlüsselfaktor für den persönlichen und beruflichen Erfolg”

Definitiv stehen wir Frauen uns manchmal mit unserem Konkurrenzdenken immer wieder im Weg. Um voranzukommen ist man hier und da auch auf die Hilfe anderer angewiesen. D.h. eine gewisse Popularität gehört zum Erfolg haben dazu. Egal, ob es eine Gehaltsverhandlung, eine Netzwerkveranstaltung, eine Präsentation ist, wenn andere dich mögen, hast du bessere Chancen. Das gilt auch für erste Eindrücke bei Bewerbungen.

“Frauen bewerben sich, wenn sie 100% der Voraussetzungen erfüllen, Männer bei 60%”

Nach der Devise stehen wir uns alle selbst im Weg. Von meinen eigenen Bewerbungen kenne ich dieses Phänomen sehr gut. Ich bewerbe mich meist immer nur auf Stellen, zu denen mein ganzes Profil passt. Tut es das nicht, sehe ich meine Chancen gleich null. Bewerbe ich mich auf eine Stelle, deren Anforderungen nicht zu 100% zu mir passen und werde abgelehnt, ist das nur eine Bestätigung, dass ich zu viel verlangt habe, dass ich voll und ganz passen muss. Das muss sich in unserem Mindset ändern. Mehr wagen! Mehr sagen “Das will ich machen und ich lerne es, indem ich es mache”. Mutiger sein! Mehr Vertrauen in sich selbst haben!

“Die Frage lautet also nicht ‘Kann ich alles schaffen’, sondern kann ich alles das schaffen, was für meine Familie und mich am besten ist.”

Bei dem Thema Frauen und Arbeit finde ich es gut, dass Sheryl darauf hinweist, dass man nicht auf seine Karriere komplett verzichten muss. Besser fände ich es, wenn sie keine Grenze zwischen Karrierefrauen und Hausfrauen ziehen würde. Das ist für mich die Zukunft. Beide leisten viel. In ihren Studien merkt man, dass sich viel auf Amerika bezieht. Ich denke aber, dass man einiges davon hier adaptieren kann. Auch erwähnt sie, dass man Kinderbetreuung als Investition in die Zukunft und in die eigene Karriere sehen kann, was ich einen tollen Punkt finde. Schließlich ermöglicht sie, dass die Frau früher in ihren Beruf zurückkehren kann. Auch wenn Kinderbetreuung einer teurer Kostenpunkt ist.

Buchempfehlung: Ja!

Jeder, der etwas Einblick in die gesellschaftlichen Vorstellungen, die Frauengenerationen vor uns und das Thema “Karriere und Kind” bekommen möchte, ist bei “Lean in” absolut richtig. Es ist ein tolles Buch, bei dem man viel über seine eigenen Ansichten, seine eigene Situation nachdenken kann. Wie immer freue ich mich sehr auf euer Feedback und eure Meinungen zu den oben genannten Themen. Ich schließe mit einem Zitat von Sheryl ab: “Frauen müssen Frauen unterstützen!” Recht hat sie!
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