Was passiert, wenn Frauen zusammenhalten

Girlpower gab es schon in den 90ern, dank den Spice Girls. Sie haben versucht eine Bewegung zu schaffen, in der Frauen sich nicht gegenseitig anfeinden, sondern sich verbünden, um sich gemeinsam in einer Männerdominierten Welt zu helfen.

20 Jahre später wurde die Girlpower in eine geballte Ladung Frauenpower verwandelt, dank Women Marches, Social Media und Frauen in wichtigen Führungspositionen dieser Welt. Eine Entwicklung, die lange gedauert hat, die allerdings nie wieder weggehen wird.
Trends, die sich schnell entwickeln, gehen auch schnell wieder unter. Trends, die lange dauern bis sie anlaufen, die bleiben. Genauso ist es mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Alles, was zu schnell gehypt wird, zu schnell nach oben kommt, hat ein genauso rasantes Verfallsdatum. Bewegungen, die ihre Zeit brauchen, in die viel mühsame Arbeit investiert wird, die sind es, die sich halten und weiterentwickeln. Und das über Generationen hinaus.

Der immerwährende Konkurrenzkampf

Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es leider immer noch den vernichtenden Konkurrenzkampf, der Frauen und Männer eindeutig voneinander unterscheidet. Während Männer ohne Probleme nebeneinander erfolgreich existieren können, sich gegenseitig Anerkennung schenken und einander aufbauen können, neigen Frauen leider häufig noch dazu sich gegenseitig als Konkurrenz zu sehen.

Bewundere eine andere ohne dich selbst hinabzusetzen

Erst vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, der sich damit befasste, wie Frauen sich gegenseitig bewerten. Jeder von uns kennt diese Situation: Man sitzt mit einer Freundin im Café und es kommt eine Frau herein. Natürlich erweckt die Bewegung grundsätzlich Aufmerksamkeit, allerdings wird sie daraufhin taxiert und von den Frauen im Café begutachtet. Nehmen wir nun an die Frau trägt ein aufreizendes Kleid, bei einer Figur, mit der sie es sich leisten kann, so etwas zu tragen. Verächtlich schnaubt eine der Frauen, wie sie nur so rumlaufen kann, obwohl ihr das Kleid ohne Frage ausgezeichnet steht. Was würde passieren, wenn wir die Schönheit der Frau hinnehmen und bewundern könnten, ohne unsere eigene direkt zurückgesetzt zu fühlen? Warum lassen wir sie nicht ein Kleid anhaben, das ihrer Figur schmeichelt und freuen uns für sie? Mit der Bemusterung des Kleides ist es natürlich nicht getan. Sie flirtet beim Bestellen des Kaffees, setzt sich so hin, dass sie die größtmögliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann – die Beurteilungen sind endlos und sinnlos. Wenn sie sich doch super fühlt, lasst sie flirten, lasst sie die Aufmerksamkeit bekommen. Vielleicht hat sie unheimlich viel abgenommen und zeigt mit stolz ihre neue Figur. Vielleicht kann sie an Wochentagen solche Outfits nie tragen und tobt sich gerne aus. Vielleicht ist sie unheimlich einsam und versucht so ihre Unsicherheit zu kaschieren. Du weißt nie, welchen Weg jemand gegangen ist.

Shout outs der Fitnessfrauen

Um genau so etwas entgegenzuwirken, beobachte ich mit Freude die wachsende Resonanz auf Instagram bei Fitnessfrauen. Egal ob Kayla, Fitgirls oder Anna Victoria – sie wählen bewusst den Weg der Gemeinsamkeit ihrer Followers und zeigen Geschichten, in denen Frauen geschafft haben, dank ihrer App abzunehmen oder mit dem Sportprogramm einen besseren Körper zu bekommen. Egal ob sehr dick, kleine Fettröllchen oder zu dünn – hier wird sensibilisiert für die unterschiedlichen Körpertypen, die jeder für sich seine eigenen Probleme hat.

Vorher-Nachher-Hype

Ich wurde einmal gefragt, warum Frauen solche Vorher-Nachher-Bilder von sich machen, ein Mann würde so etwas ja niemals zeigen (ein Mann hatte mich gefragt). Ganz einfach, weil man stolz darauf ist, was man erreicht hat. Dass die harte Arbeit sich ausgezahlt hat. Noch schöner ist es doch, wenn man dann von anderen die Glückwünsche dazu bekommt und wenn man andere Frauen dazu ermutigen kann, sich auch auf diesen Weg zu begeben.

Das Ende des Vergleichens

Denn am Ende sind wir nicht alle gleich, aber wir brauchen uns nicht zu verstecken. Niemand von uns. Wir können uns gegenseitig schätzen und bewundern. Darum setzen wir uns selbst nicht herab. Wir stärken uns. Denken wir 20 Jahre weiter, hoffe ich, dass sich die Bewegung ausgebreitet hat, dass mehr als nur 7% von Frauen in Führungspositionen sind. Dass Hausfrauen genauso respektiert werden wie Karrierefrauen. Dass hier keine Unterschiede mehr gemacht werden. Und dass jede stolz ist, auf das, was sie geleistet hat.
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