Woran erkenne ich einen guten Plan?

Tagebuch eines Laufs

Nicht jeder Plan, der gemacht wird, führt zwangsläufig zum Ziel. Manchmal kann er auch davon wegführen oder den Weg verlangsamen. Ein Plan sollte individuell an das jeweilige Ziel und die Person angepasst sein. Jeder geht seinen Weg anders. Ein vorgegebener Plan kann passen, muss aber nicht. Daher mein Rat zu Beginn: Nimm dir gerne einen vorgefertigten Plan zur Inspiration, mach dann aber dein eigenes Ding draus.
Mein Trainingsplan sah vor, dass ich 20 Minuten bei einer Pace zwischen 5:20 und 6:00 laufen sollte. Es hieß „langsames Tempo, bei dem Sie sich wohlfühlen und das Gefühl haben schneller laufen zu können“. Aha. Ich schaute in meinen Statistiken, da ich mir ziemlich sicher war, dass ich dieses Tempo noch nie zuvor gelaufen war. So war es auch. Das schnellste, was ich bisher geschafft hatte, waren 20 Minuten bei 5:59.

Ein unmöglicher Plan

Man muss wissen, dass dies der zweite Plan war, denn ich mir bei Runtastic zurechtgelegt hatte. Der erste war kläglich gescheitert. Ich fragte mich, ob es bei Runtastic nur Trainingspläne für Geübte gab und ob da gar nichts für Anfänger:innen dabei war. Zwischen 5:20 und 6:00, las ich nochmal. Da musste ich verdammt schnell sein und meine beste Zeit laufen! Wie sollte ich das verdammt nochmal schaffen?

No blue Monday

Ich weiß nicht wieso, aber Montage haben sich bei mir als die Super-Sport-Tage erwiesen. Montags scheine ich besonders motiviert zu sein. Woran das liegt, konnte ich bisher noch nicht herausfinden. Vielleicht spornt mich der Arbeitsalltag an, um abends volle Power im Sport zu geben. Jedenfalls hat sich der Montag als Traumtag bei mir etabliert. Jeder sollte sich so einen Tag suchen. Denn an diesem Tag könnt ihr euch für die restliche Woche, für die restlichen Trainings motivieren. Wenn der Sport montags schon super läuft, dann weiß ich, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes alles schaffen kann.

Go, go, go

Ich lief los. Schneller als ich je gelaufen war. Das Tempo kann ich auf keinen Fall die komplette Strecke durchhalten, dachte ich mir. Ich schaute auf das Handy. 5:43. Die ersten fünf Minuten vergingen schnell. Ich lief dieses Mal eine etwas andere Runde, da ich die Sonnenstellen weitestgehend vermeiden wollte. Immer wieder der Blick aufs Handy und auf die Pace. Unverändert lief ich 5:43. Nach 10 Minuten sagte ich mir, dass ich ruhig auch etwas langsamer laufen könne, dass das jetzt in Ordnung sei. Aber ich behielt mein Lauftempo bei. 20 Minuten ist machbar. Die Hälfte habe ich schon.

Zieleinlauf

Die letzten 8 Minuten waren wirklich hart und ich musste mich im Kopf immer weiter aufrecht halten. Du schaffst das! Nicht aufgeben! Nur noch 3×2 Minuten. Jetzt nur noch 5 Minuten. Wenn du das geschafft hast, dann kannst du den Rest gehen. Überfordere dich nicht, aber halte bis zum Ende durch. Die Glücksgefühle, die sich einstellten, als der Timer die letzten Sekunden herunterzählte, waren unbeschreiblich. Dafür hatte es sich gelohnt. Während ich vor ein paar Minuten dachte ich wäre am Ende, ich müsse mich übergeben oder meine Lunge würde gleich Rauchschwaden ausblasen, so konnte ich nun nicht fassen, wie schnell die Zeit um war. Ich war meine Bestzeit gelaufen. Und bin nun motiviert so weiter zu machen. Die nächste Etappe sieht vor langsame 30 Minuten zu laufen. Zwischen 5:30 und 6:30. Die schaffe ich jetzt spielend. Auch bei 30 Grad im Schatten.

Fazit

Ein guter Plan überfordert dich nicht, er fördert dich. Du musst dich anstrengen, fühlst dich danach frei und glücklich und nicht belastet und schwer. Nicht immer findet man auf Anhieb den richtigen Plan. Manchmal braucht es Zeit und Ausprobieren, um zu wissen, was einen wann überfordert. Ich selbst habe nach dem Lauf festgestellt, dass ich dieses Tempo einmal alle zwei Wochen laufen kann. Versuche ich es öfter, laugt es mich aus, macht meine Muskeln und meinen Geist müde und schwächt mich mehr, als es mich aufbaut. Also gilt auch hier: Nicht zu viel von dir zu verlangen, aber auch nicht in Faulenzerei rumkrebsen.

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